Schnellkasse, my love

15. März 2011

Abgelegt unter: ich? — Tags:, — sarah @ 10:28

Ich sitze an der Schnellkasse. Die Stresskasse.
Das ist die Kasse, über der das Schild hängt, man dürfe sich nur mit maximal 7 Teilen anstellen.
Das ist die Kasse, an der das Schild großzügig übersehen oder die 7 generös einfach mal auf 27 aufgerundet wird. Muss ja ein Druckfehler auf dem Schild sein, das korrigiert der freundliche und aufmerksame Kunde dann einfach mal selber.

Ich zähle nicht genau bis 7, aber ich weise die Kunden die deutlich mehr oder ganze Einkaufswagen voll haben, schon drauf hin.

Und trotzdem spielt sich immer wieder folgende Situation ab:

Kunde kommt mit einem deutlich vollen Einkaufswagen an meine leere Kasse.
“Ich habe mehr, aber hier ist ja gerade nix los!” er räumt zügig die ersten Teile aufs Band.
- Entschuldigung, das ist die Schnellkasse. Die Kassen 2, 4 und 6 sind auch besetzt.
Er guckt mich einen Moment lang völlig entgeistert an, packt dann unbeirrt weiter Seine Waren aufs Band.
“Aber hier ist doch gerade nichts los, oder!”

Innerlich seufze ich. Denn ich weiß was gleich kommt.

Der Kunde packt und packt, ich fange schon mal an die ersten Waren zu scannen. Wahnsinn, was der alles aus dem Wagen zaubern kann.

Ein weiterer Kunde kommt, stellt sich hinter meinen Auspacker und schaut ungläubig von ihm, in den Einkaufswagen, aufs Kassenband, auf das Schnellkassenschild und vorwurfsvoll zu mir. Er hat nur einen Brühwürfel in der Hand.

Ich scannescannescanne, kassiere und mein Auspacker verlässt mich, ohne mich auch nur noch eines Blickes zu würdigen oder zu grüßen.

Kunde Nr.2 legt seinen Brühwürfel aufs Band, deutet auf das Schild über mir, “SIE können nicht zählen, oder? SCHNELLkasse.”
Er legt sein Geld abgezählt aufs Band und verschwindet. Grußlos.

Die Sache mit dem Fragen…

14. März 2011

Abgelegt unter: ich? — Tags:, — sarah @ 09:41

Ich bin auf der Arbeit, räume Einkaufskörbe dahin zurück wo sie hingehören – neben den Eingang. Kunde um Kunde geht an mir vorbei in den Laden, an den ein oder anderen kann ich einen Einkaufskorb und ein Lächeln verteilen, aus den Lautsprechern düdelt unaufdringlich Fahrstuhlmusik. Alles in Ordnung.

Wenn, ja wenn…

“OSTEREIERFARBE!!” brüllt mich eine ältere Frau an, und schaut dabei als wäre ich als Kind mal auf den Kopf gefallen und sie wäre sich nicht sicher ob ich sie überhaupt verstehe.
Ich deute auf den großen Osteraufbau, 3 Meter weiter.

“SPRÜHSAHNE!!” brüllt wenig später die nächste ältere Frau. Das prüh lässt einen Regen niedergehen, ansonsten betont sie das Wort aber sehr schön und schaut dabei als ob sie sich nicht sicher wäre ob ich überhaupt ihre Sprache spreche.
- Den Gang hier bis zum Ende durch, auf der linken Seite bei Milch und Eiern, erkläre ich ihr und deute den Weg gestisch an.
“Aha. OSTEREIERFARBE??”
Ich deute auf den Osteraufbau, sie rauscht an mir vorbei.

Und ja, das wird noch schlimmer. Sind ja nur noch 5 Wochen.

Zeitverschiebung?

6. März 2011

Abgelegt unter: ich? — Tags: — sarah @ 12:35

Es ist 20.10 Uhr am Abend. Ich muss noch auf der Arbeit an meiner Kasse sitzen, weil… genau.
Kunde räumt sein Zeug aufs Band.

“Wie lange haben sie eigentlich offen?”
- Bis acht.
“Achso, dann bin ich ja noch pünktlich.”

Ähnein. Setzen, 6.

Reissäcke

22. Oktober 2010

Abgelegt unter: ich? — Tags:, , — sarah @ 17:45

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Ab und an denke ich, wenn ich unterwegs bin, so, das könntste nacher ja mal bloggen. Ich hätte hunderte Anekdoten von meiner Kassiertätigkeit zu erzählen und noch viel mehr darüber wie es so ist im dritten Semester zu studieren. Und überhaupt und so.
Nur komme ich da momentan einfach nicht zu. Wenn ich dann mal wieder im Blog vorbeischaue, dann sehe ich dass die letzten Beiträge schon wieder Wochen her sind. Und frage mich dann, wie das bloß passieren konnte. Gestern saß ich doch erst hier und hab geschrieben…? Ach ne, doch nicht. Ist ja tatsächlich 2 Wochen her.

Mittlerweile ist das Semester schon in vollem Gange und ich habe die ersten Prüfungsvorleistungen in Mathe geschrieben und bestanden. Großer Stein, ehrlich. Aber sowieso läufts bis jetzt ganz gut – kann aber sicher auch daran liegen dass ich mittlerweile wirklich weiß wie das alles so abläuft, wann ich lernen muss, was ich lernen muss. Und wo Mut zur Lücke angebracht werden kann.

Die Arbeit plätschert auch so vor sich hin und sie macht mir immer noch Spaß. Ein ganzes Jahr sitze ich nun schon an der Kasse und fummele Kleingeld auseinander. Im Januar endet mein derzeitiger Vertrag und ich hoffe, dass ich trotzdem weiterhin bleiben kann.

Meine Zahn-OP habe ich noch nicht hinter mir. Mittlerweile hatte ich einen Termin zum Vorgespräch beim Kieferchirurgen der mich nicht unbedingt optimistischer gestimmt hat – 40min OP, geschnitten wird von hier und da und so eine komische Schiene gibts danach auch noch. Ich soll damit rechnen mehrere Tage vollkommen platt danach zu sein und Auto fahren soll ich doch bitte auch nicht.
Am 10. November gehts dann los.

Achja, und mein Taschendilemma hat doch noch ein gutes Ende genommen. Ich hatte zum Glück den Bon noch (die schmeiße ich eigentlich immer weg) und die Dame in der anderen Filiale hat das Sicherheitsdings anstandslos entfernt. Eigentlich war ich ja richtig stinkig wegen dem und allen anderen Sachen und wollte die Taschenfrau zur Sau machen – aber dann war die so nett. Und außerdem kann die da ja auch nix für. Davon mal abgesehen: ich kenne das ja. Wie oft sitze ich an meiner Kasse und bin Schuld an allem Leid der Erde. Und jedem Sack Reis.

Sind Sie neu hier?

8. September 2010

Abgelegt unter: at work — Tags:, — sarah @ 20:43

Werde ich in letzter Zeit ständig gefragt, wenn ich an der Kasse sitze.
Nein, ich arbeite schon ein Jahr hier.

Bestätigt allerdings meine Theorie, dass die meisten Menschen immer zu selben Uhrzeit und am selben Tag einkaufen.
Habe ich früher meistens am späteren Abend und am Wochenende gearbeitet, sind meine Dienste nun quer Beet über den ganzen Tag verteilt. Mal morgens, mal abends, mal mittags oder nachmittags.

Schon interessant, wie sich der Kundenstamm im Laufe des Tages verändert. Morgens die Rentner, vormittags die Mütter mit kleinen Kindern, mittags die Mittagspausenmacher, Nachmittags die Mütter mit Schulkindern, gegen Abend die Männer, die Angestellten und die jüngeren Kunden.

Es kann also durchaus sein, dass mich auch Stammkunden noch nie gesehen haben. Oder ich sie.

Pages: 1 2 3 Next

Switch to our mobile site