Die Gefangene von Malika Oufkir beschreibt autobiografisch die Geschichte der Familie Oufkir in Marokko.
Mohammed Oufkir, Malikas Vater, war marokkanischer Verteidigungs- und später Außenminister unter König Hassan II. Dieser ließ ihn nach einem Putschversuch hinrichten und schickte Oufkirs Familie, seine Frau und 6 Kinder, in ein Gefängnis in der Sahara.
Dort wurden sie 20 Jahre lang gefangen gehalten, bis es der Familie gelang zu fliehen.
Das Buch erzählt nun das Leben der Tochter Malika aus ihrer Sicht. Angefangen von ihrer Kindheit, die sie im Palast als Adoptivtochter Mohammed V. und Spielgefährtin Prinzessin Lalla Minas verbrachte, mit ihrer Jugend im feudalen Hause ihrer Eltern, bis zum Tod ihres Vaters und ihrer Verschleppung in die Wüste.
Ich finde dieses Buch erschütternt. Es zeichnet sich nun nicht durch eine besonders angenehme oder spannende Erzählweise aus, einige Passagen waren langatmig, aber die, im übrigens wahre, Geschichte die dahinter steckt ist schockierend. Malika verbrachte ab ihrem zwanzigsten Lebensjahr weitere zwanzig Jahre in einem menschenunwürdigem Gefängnis in der Wüste. Ihr kleiner Bruder Abdellatif war damals so jung, dass er, als ihnen zwanzig Jahre später die Flucht gelang, nicht wusste wie ein Auto aussieht, noch nie in einer Menschenmasse war. Obst kannte er nur von Erzählungen.
Wer sich also ein wenig für die arabische Welt und die Geschichte interessiert, dem kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.
