Es geht wieder los.
Die Tür fliegt auf. Moin, ich wollt nen Baum aussuchen!
Ich sitze ungekämmt in fleckiger Jogginghose in der Küche und trinke meinen gutenmorgenKaffee.
Kurze Zeit dachte ich ja über ein Schild an der Haustür nach, aber wahrscheinlich endet das wie bei Herrn Buddenbohm.

Ist der kleine, gelbe Kater, den ich ins Herz geschlossen hatte.
(Seine Geschwister sind natürlich auch niedlich. Aber manchmal hat man das doch.)
Insgeheim hatte ich ja doch gehofft, dass man meinen Dackelblick bemerken würde und wir ihn behalten. Und ich ihn mit ins Bett nehmen darf.
Aber nu.
Weg isser. In ein hoffentlich schönes, neues Zuhause.
Tschüss kleiner Pommeskater!
(ich versuche mir davon nicht den Sonntag versauen zu lassen. Aber hach.)
Als Student hat mans bekanntlich nicht ganz so dicke. Es sei denn man hat einen Sponsor im Rücken, welcher mir jetzt aber nun leider fehlt.
Also muss ich, mehr oder weniger nebenbei, arbeiten gehen.
Das blöde dabei ist, dass das Arbeiten gehen an sich auch schon wieder kosten verursacht. Nämlich in dem Moment wo ich aus geografischen Gründen nicht arbeiten gehe, sondern arbeiten fahre. Mit dem Auto.
Jetzt habe ich mir mal ausgerechnet, wie die Alternativen aussähen. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß ist es, wie gesagt, zu weit.
Theoretisch hätte ich noch die Möglichkeit die Öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. In Bremen ist das die BSAG.
Alle Möglichen Ticketkombinationen habe ich durchgerechnet. Da gäbe es 4,20€ für zwei einfache Fahrkarten. 6,70€ für ein Tagesticket. Umgerechnet 4,45€ für Hin und Zurück bei einem 7-Tage Ticket. 3,18€ runtergerechnet für Hin und Zurück bei einem Monatsticket.
Gehe ich nun vom maximalen Spritverbrauch meines Autos aus, rechne noch 3 extra Kilometer Arbeitsweg hinzu und setze Super bei 1,43€ im Schnitt an, verfahre ich nichtmal 2 Euro. Und das bequem, schnell, stressfrei und zeitlich komplett flexibel.
Irgendwie komisch, oder?
(Ich weiß, ich habe die anderen Fixkosten nicht berücksichtigt. Brauche ich hierbei aber auch nicht. Das Auto benötige ich so oder so, also ist komplett verkaufen eh keine Alternative. Ich dachte bloß ich könnte ein wenig günstiger fahren, indem ich Bus und Bahn benutze.)

Mittlerweile sind die 4 Kätzchen groß und machen den Hof unsicher. Und sind in der Zeitung inseriert.
Ichweißichweiß, das ist albern, aber besonders der komplett gelbe Kater hats mir angetan und am liebsten möchte ich sie alle behalten.
Der erste wurde heute schon abgeholt, die beiden andren Jungs und das schwarze Mädchen warten noch auf ein passendes zuhause.



Mehr als wehmütig seufzen ist wohl nicht drin.
(Oder wie Schwiegervater so pragmatisch sagt: sei nicht traurig. Solltet ihr mal Kinder haben, behalten wir die auch. Versprochen.)
Der Sommer war dieses Jahr ja wirklich nicht lang. Bis in den Mai habe ich gefroren und Schnee lag auch lange genug.
Aber trotzdem. Bei dem matschig-grauem Wetter jetzt gerade, warte ich nur noch auf den Startschuss zum Herbst. Endlich wieder Stiefel und Schals tragen, frische, kühle Luft und bunte Blätter. Das wär zumindest mal was richtiges. Das momentane Wetter hier ist weder Fisch noch Fleisch und Spaß machts auch langsam nicht mehr.
Ich habe da auch schon einen Plan für ein Kürbisbrot und einen Halloweenkürbis vor der Tür. Und eine wärmende Gemüsesuppe wollte ich auch mal machen. Also, Herbst, von mir aus kannst du.