Tatort: Bürger Service Center Bremen.
Ein bisher unbekanntes Blumenmädchen warf gegen 17 Uhr mit Pflanzenteilen nach einer Mitarbeiterin. Grund dafür sei gewesen, dass das Blumenmädchen falsche Aussagen eines Mitarbeiters bekommen habe und sich dafür extra frei genommen hat. Als sie nach zweimaligen Vertrösten, unzähligen nicht beantworteten Anrufen und mehreren Stunden Wartezeit wieder unverrichteter Dinge nachhause geschickt worden ist, eskalierte die Situation. Sie bewarf die Mitarbeiterin Frau am Schalter mit einer alten Tulpe. Die Angegriffene prellte sich dabei das Ohrläbchen und seie nun Arbeitsunfähig, laut eigener Aussage, da sie sich an ihrem Arbeitsplatz Tresen nicht mehr sicher fühle.*
So oder so ähnlich war das. Ich wollte doch bloß einen blöden Stempel auf ein blödes Zeugnis. Ich bin echt am überlegen ob ich dem Verein nicht mal eine böse E-Mail schreiben sollte.
Um doch noch an den blöden Stempel zu kommen, habe ich mal ganz tief in die Trickkiste gegriffen – ein Anruf im Rathaus des Nachbardorfes mit der Bitte mir zu helfen. Klar, seie kein Problem. Keine Wartezeit, kein Gedränge, keine unfreundlichen Mitarbeiter.
Ich mag Bremen an sich ja sehr gerne. Aber irgendwo bin ich doch froh, bald im Dörfchen am Stadtrand zu wohnen – da ist die Welt doch noch in Ordnung.
*Dieser Absatz enthält einiges an Ironie und muss nicht unbedingt genau den Tatsachen entsprechen.
