Vorhin war ich zwecks Blumenlieferung (übrigens in die Chefetage einer Fastfoodkette, was sich als interessant herausgestellt hat), in der Innenstadt. Da ich ja nun im Urlaub war und auch sonst den ganzen Tag nicht zuhause, habe ich in der letzten Zeit wenig von den aktuellen Geschehnissen mitbekommen. Adingens macht pleite, Karstadt geht mit unter – hieß es heute morgen im Radio.
Nun ist es so, dass Karstadt für mich der Inbegriff der Stadt ist. Schon als Kind wurde ich von Mutter und Oma ständig in dieses Kaufhaus geschleppt, alles wurde da gekauft. Klamotten, Spielzeug, Haushaltswaren, Textilien. Zu Geburtstagen haben meine Mutter und meine Oma sich gegenseitig mit Karstadtgutscheinen beschenkt. Als mein Bruder noch klein war, sind wir immer Fahrstuhl gefahren wegen des Kinderwagens. Später hatte ich meine erste Erfahrung mit einer Rolltreppe und einem offenen Schnürsenkel. Bei Karstadt.
Und nun… nun soll das Ding weg. Vorhin hingen schon verzweifelte Plakate von Karstadtmitarbeitern an den Schaufenstern. Ich muss zugeben, in letzter Zeit habe ich dort wenig gekauft, weil ich einige unfreundliche Begegnungen mit den Verkäuferinnen hatte. Und auch sonst ist das meiste dort außer der Schreibwarenabteilung für mich uninteressant. Aber ganz weg? Kann ich mir nicht vorstellen. Zumal Karstadt mit der schönen Weihnachtsbeleuchtung zur Adventszeit unsere Stadt prägt.
Machen kann man da wohl nicht mehr viel. Zwar bin ich auch dafür, dass das Kaufhaus erhalten bleiben soll (schon alleine wegen der Arbeitsplätze), aber staatliche Hilfen sind für andere Zwecke gedacht.
Nun stand ich da vorhin etwas wehmütig vorm Haupteingang. Liebe Karstadtmitarbeiter, ich hoffe für euch gehts gut aus. Und meine liebe Stadt, ich hoffe für dich auch.
