Zukunftsvisionen

21. Mai 2009

Abgelegt unter: Täglicher Wahnsinn — sarah @ 15:19

Über was blogge ich eigentlich, wenn ich nicht mehr im Blumenladen arbeite? :skeptisch:

Ist ja gar nicht mehr so lange hin. Ich sollte mir demnächst Alternativen überlegen.

Ich könnte übers Studium bloggen. Mathe, Informatik, Physik… aber ich glaube das ist für Außenstehende eher langweilig.
Ich könnte auch darüber bloggen, was ich so in meiner Freizeit mache. Aber ich glaube auch das ist eher uninteressant :???:
Haustiercontent nervt mich, Kinder habe ich noch nicht. Musik, Filme… näh.

Gar nicht so einfach.

Vielleicht suche ich mir einfach einen neuen Nebenjob. Über die Arbeit lässt sich gut bloggen. Möglich wäre ein Kassenjob. Aber das Monopol hat der Shopblogger für immer und ewig gepachtet.
Thekenbloggerei vielleicht? Aber eigentlich bin ich zu ungeschickt um Tabletts durch die Gegend zu tragen. Lassen wir das lieber.
Tankstelle, Videothek, Spielothek? Solarium, Pizzafahrerin? Hmm…

Kirchentag

Abgelegt unter: Aktionen — sarah @ 14:52

Bremen befindet sich momentan im Ausnahmezustand, denn: es ist Kirchentag(e).

Von Mittwoch den 20.5. bis Sonntag den 24.5. werden wir von gläubigen jungen Menschen aus aller Welt invasiert.
Und die werden gerade alle nass. muhhahaha.

Ich hoffe, dass ich morgen gut zur Arbeit und wieder zurück komme und mich nicht zu sehr ärgern muss. Bremen ist bekanntermaßen keine Großstadt, und wenn mal eben 100.000 Menschen mehr da sind, die sich auch noch alle um ein Veranstaltungszentrum ballen, wird das schonmal irgendwie… eng und nervig.

Trotz alledem ist das ja auch irgendwo eine schöne, sinnvolle Veranstaltung und ich hoffe, dass allen angereisten unser kleines Städtchen gefällt.

Ich habe übrigens mehr oder weniger auch einen Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Kirchentage beigetragen, jaha! Schon seit März liegen bei uns auf dem Tresen einige Flyer und Informationsblätter aus, die den Leser bitten doch Kirchentagsjünger bei sich aufzunehmen für diese Tage.
Diese konnte ich noch erfolgreich aus dem Müll fischen und wieder auf dem Tresen auslegen – mein Chef mag diesen ganzen Zettelkram nicht und wirft achtlos alles was nicht direkt mit dem Laden zu tun hat, weg.
Hatter eigentlich Recht mit… aber bevor hier noch jemand ohne Bleibe ankommt und ich das hätte verhindern können…. nunja :???:

Geschenk

16. Mai 2009

Abgelegt unter: Filme und Musik — sarah @ 12:24

Wenn man einen Kunden über Monate immer wieder nett, freundlich und zuvorkommend bedient, spart man sich am ende 142,40 €.

Ich bin dann gleich mal weg :D

Der Fahrer

14. Mai 2009

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 13:16

Wir haben einen Fahrer. Anfang 20 und professioneller Blumentransporteur. Haben wir Aufträge die zu Liefern sind und die Lieferadresse nicht in unmittelbarer Nähe oder auf meinem Nachhauseweg, wird er angerufen.

Ich packe dann schnell die Sträuße ein und er kommt umgehend in den Laden.

Vorhin hab ich gestaunt. Aber echt. Der Mann denkt mit.

“Und dieser hier geht an Frau Stolze in die Bachstraße?”
- “Genau.”
“Hmm… da ist gar keine Karte dran, habt ihr dafür keine?”
- “Öh.. moment”
ich schaue nochmal auf den Auftragszettel, und siehe da – irgendwer hat vergessen die Karte an den Strauß zu hängen.
– “Gut dass du das noch gesehen hast… hier ist die Karte. Und der andere Strauß geht an Frau Hahn in der Pfalzstraße. Die ist aber nicht zuhause, du sollst den in den Keller stellen.”
“Hmm. Ok. Ist da denn eine Vase?”
- “Keine Ahnung… ich geb dir mal lieber nen Eimer mit.”
“Und Wasser? Hat die da einen Wasserhahn?”
- “Du fragst mich Sachen… :skeptisch: Ich geb dir mal noch eine Flasche mit Wasser mit. Für den Notfall.”
Ich suche und suche – finde aber keine leere Flasche. Wir sind nämlich auf der Arbeit nur Tee- und Kaffeetrinker.
- “Mist…
“Kein Ding, ich hab noch eine leere im Auto.”
Er holt sie und ich befülle sie ihm mit Wasser.
“Und hab ich morgen was zu fahren?”
- “Jo, den Friedhof. Die Beisetzung ist um 11, da müsstest du also um 10 liefern.”
“Was denn?”
-” Zwei Kränze und ein Gesteck”
“Oh ok. Dann komme ich schon um 9 und fahre dann zwei mal, das bekomm ich nicht alles auf mal ins Auto.”

Solange wir den Fahrer haben, muss ich gar nicht mehr selber denken… :skeptisch:

Man nehme an, [Auflösung]

12. Mai 2009

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 21:26

Eine unglaubliche Wahlbeteiligung, muss ich ja mal sagen!

Trotzdem hat keiner die Waschmaschine gewonnen. Weder waren die Legosteine Schuld, noch ist sie geplatzt.

Eigentlich ist die Geschichte auch gar nicht so witzig gewesen. Eher tragisch-komisch. Oder so.

Die alte Frau hat sich, anstatt nach dem Treppengeländer zu fassen, einen hohen Kerzenständer gegriffen, der natürlich nicht gehalten hat.
Der Ständer fiel zur Seite und hat dabei die Glasscheibe unseres Büros zerstört. Die Frau hat die Stufen koppüber genommen und ist auf eine Palette mit Kaffeebäumchen gefallen. Alles kaputt, überall Scherben.

Mein Chef schreit mich an, ich solle schnell helfen kommen. (Er selber behält lieber seinen Strauß in der Hand und beobachtet das Geschehen aus sicherer Entfernung). Ich eile zu der auf dem Rücken liegenden Frau und versuche ihr vorsichtig aufzuhelfen. Nicht! Halt! Frag sie ob sie sich was gebrochen hat! Sonst gibt es Rückenmarksverletzungen! – schreit mein Chef von hinten. Überflüssig, weil ich die Dame schon längst gefragt habe, ob sie sich etwas getan hat. Eine Antwort habe ich zwar nicht bekommen, aber sie hat bereitwillig nach meiner Hand gegriffen.

Ein Kunde war so nett einen Stuhl aus dem Büro zu holen und ihn von den Scherben zu befreien, so dass ich der Frau beim hinsetzen helfen konnte. Alles in Ordnung? frage ich sie nochmals – sie öffnet den Mund, kann aber nicht sprechen. Sie zuckt die Schultern, sieht unglücklich aus.

Ich glaub die kann nicht reden! schreit es wieder von hinten. Achso, ja… man gut, dass Chefe aus der Ferne alles so gut beobachten kann. Ich versuche der alten Frau zu bedeuten, dass alles in Ordnung ist, da diese noch unglücklicher auf den Scherbenhaufen schaut. Ich zeige auf ihre Hüfte und sie wackelt mit den Füßen. Scheint alles heile geblieben zu sein. Wir verstehen uns.

Nun kommt Chefe doch mal von hinten und brüllt der armen Frau entgegen: Sind sie gefallen? Sie guckt unverständlich. GEFALLEN?? Nichts. Er zeigt auf die Treppe, sie nickt. DU MUSST DAS MIT LIPPENLESEN VERSUCHEN! schreit er mich an. Ich stehe zwar genau neben ihm und höre eigentlich ganz gut, aber nunja.

Auch wenn sie sich offensichtlich nichts gebrochen hat, ist sie doch ganz schön gefallen und ich finde es besser, wenn sie noch etwas auf dem Stuhl sitzen bleibt. Sie versucht mir etwas zu erzählen, formt Worte mit dem Lippen – ich verstehe überhaupt nichts. Ganz schön blöd. Chefe kommt abermals, grabscht sich ihre Handtasche die noch auf dem Boden liegt und wühlt darin. Die Frau schaut ihn ängstlich an. Kein Ausweis, keine Adresse… murmelt er und drückt mir die Tasche in die Hand. Ich hätte da zwar nicht ungefragt drin gesucht, aber eine Telefonnummer zu finden ist keine schlechte Idee. Vielleicht hat die Frau Verwandte, die wir anrufen könnten, damit die sich abholen kommen. Einfach so gehen lassen, mochte ich sie auch nicht.

Ich hole einen Zettel und schreibe in großen Druckbuchstaben TELEFONUMMER? darauf. Die alte Frau schaut sich den Zettel an, zuckt mit den Schultern, nimmt sich meinen Stift und schreibt 110 auf. Polizei? Öhm… da wollte ich eigentlich nicht anrufen.

Meine Chefin kommt von ihrer Kaffeepause zurück und erfasst das Geschehen mit einem Blick. Das ist Frau Wenken, laufen Sie mal schnell in die 19 und klingeln bei ihrer Tochter weist sie unsere Aushilfe an, die sofort losläuft.

Ich sitze derweil neben Frau Wenken und schaue blöd. Sie versucht mit etwas zu erzählen, ich versuche die Worte zu erkennen – wird aber nix. Ich lächele, sie nickt und lächelt auch. Nunja, auch gut. Wenigstens weint sie nicht oder versucht wegzulaufen. Ich kehre die Scherben auf und gebe ihr ihre Handtasche wieder, als unsere Aushilfe mit der Tochter in den Laden gelaufen kommt.

Diese stürzt gleich zu ihrer Mutter und gebärdet sich in Zeichensprache. Alles in Ordnung, sagt sie später, nichts passiert und vielen Dank, dass sie sich um meine Mutter gekümmert haben! Letzte Woche ist sie schonmal gefallen, beim Einkaufen, die haben da gleih die Polizei gerufen! sagt sie kopfschüttelnd. Sie bucksiert ihre Mutter im mitgebrachtem Rollstuhl und schiebt davon.

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