Sind manchmal die Reaktionen, wenn ich erzähle dass ich in einem Blumenladen arbeiten. Für mich ist es ja nur kurzzeitig – für jetzt und für neben dem Studium. Aber es könnte ja auch möglich sein, dass die Floristik mein Beruf sein könnte. Den ich für immer und ewig machen möchte und bei dem ich Spaß habe. Wird da eigentlich gar nicht drüber nachgedacht?
Komisch
Ab und an
Kommt es vor, dass ich Kunden abends nach meinem Feierabend wiedersehe – während sie einen Strauß in der Hand haben, den ich ihnen Stunden zuvor verkauft habe. Ist komisch, passiert aber tatsächlich relativ häufig.
Wir geben uns immer große Mühe die Sträuße vernünftig zu verpacken. Die Bindestelle wird hübsch mit Naturbast umwickelt, die Stiele werden ordnungsgemäß angeschnitten, nochmal in Wasser getaucht, ein feuchtes Tuch umgewickelt und ein Stück Folie damit es nicht tropft und die Blumen feucht bleiben. Ich erkläre auch immer wieso ich das tue, dass es wichtig ist die Wasserversorgung nicht zu unterbrechen damit die Schnittstellen nicht antrocknen. Liegen die Blumen eine Weile lang trocken, verschließen sich die “Blutbahnen” in den Stielen und die Blume kann kein Wasser mehr aufnehmen. Das tut ihnen nicht gut und man müsste sie neu anschneiden, was auch eine Kunst für sich ist. Wir haben scharfe Floristenmesser und Übung darin. Rosen brauchen einen langen Anschnitt, Tulpen müssen unten nur schräg ab. Das kann der Kunde in der Regel gar nicht wissen und ein scharfes Messer ist auch selten zur Hand. Bevor sie dann falsch anschneiden oder gar mit einer Schere oder anderen ungeeigneten Dingen rumwerkeln, erledigen wir das.
Und trotzdem… sehe ich immer wieder wie die Sträuße achtlos ausgepackt wurden, über Kopf gehalten, zwischen Tüten gequetscht oder verstümmelungsartig viel zu kurz geschnitten wurden. Da frage ich mich oft, wieso ich mir die Mühe überhaupt mache. Wieso ich immer wieder den gleichen Text herunterleiere – wenn mir anscheinend eh niemand zuhört.
