is will nur gucke

28. März 2009

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 15:14

Vor ein paar Tagen sind 3 Mädchen vor unserem Laden die Straße rauf und runtergetobt. Ich bin schlecht im schätzen – aber ich denke sie waren so um die 11 Jahre alt.

Ich war schon etwas genervt, denn alle paar Minuten hat unsere Schaufensterscheibe geklirrt – von dem Gekreische mal ganz abgesehen.

Es ging dem Feierabend zu und ich habe angefangen aufzuräumen. Auslegeware abbauen, Paletten und Bänke reinbringen, Vasen ins Kühlhaus schleppen. Das braucht so seine Zeit und ist verdammt anstrengend – besonders wenn ich alleine im Laden bin und mir niemand hilft.

Ich war da so am rein und rauslaufen, als die 3 Mädchen mir im Weg in der Ladentür standen. Getuschel, gegenseitiges in den Laden schubsen.

M1: “Zoe, geh schon rein!”
M2: “Ja, geh ßon. Is will Blumen guckn.
M3: “Mandy, wilfst du waß kaufe?”

Die Mädels trauen sich anscheinend nicht in den Laden zu kommen, und auch wenn ich keine Lust hatte und vorallem gleich Feierabend, sage ich ihnen hallo und bitte sie rein. Ich musste eh noch etwas aufräumen und kaufen wollten sie offensichtlich auch nichts – sollen sie sich doch alles anschauen. Ich räume also weiter auf und beachte die Mädchen nicht weiter – die mich aber genau aus den Augenwinkeln beobachten.

“ßöner Laden hier! ßaut mal, da sind Vögel!”
Und wumms, sind sie hinten bei der Vogelvoliere verschwunden.

Ich höre viel Gekicher und s, ß und sch verschandelndes Geflüster von den Mädchen mit den kevinistischen Namen und überlege ob man mit 11 Jahren eigentlich schon richtig sprechen kann. Ja, kann man eigentlich. Eine Sonderschule ist auch nicht in der Nähe. Hm. Ich räume weiter auf und sehe die Mädcehen einige Minuten später aus dem Laden huschen.

“ßüß, bis morge!”
“Dann hab is Geld und will Blume kaufen!”
“Lüg doch nich Zoe! Du hast gaaaar kein Geld!”

- “Tschüss ihr drei!”

Ich bin fertig mit dem Aufräumen und drehe nochmal meine Runde durch den Laden. Licht ausmachen, nochmal in alle Ecken schauen.

Die klappe der Vogelvoliere ist halb geöffnet. Glücklicherweise sind noch alle Vögel drin. Im Käfig liegen lange, grüne Blätter. Die gehören eigentlich an die Aloe Pflanze die einige Meter weiter steht und 45 Euro kostet. Und außerdem giftig ist.
Die Deko-Wachteleier aus dem Weidenkörbchen sind verstreut und teilweise zertreten. Das (echte) Straußenei ist eingedrückt. Die Postkarten aus dem Ständer haben alle an der oberen Kante einen Knick. Wie wenn man sie unsanft umklappt.

Eigentlich mag ich Kinder ja. Aber die drei waren zum letzten mal bei mir im Laden.

Obst und Diebe

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 14:31

Eigentlich wird bei uns recht wenig geklaut. Wenn man mal von verschwundenen Primeln aus der Auslegeware draußen absieht, ist der Verlust gering.

Ein Kunde brachte uns eine Schüssel mit Kunstobst. Äpfel, Birnen, Bananen – alles aus Wachs, damit wir ihm daraus eine florale Tischdekoration basteln.

Das Obst lag “hinten” vor unserem Mitarbeiterraum, wo Kunden eigentlich nichts zu suchen haben. Der Bereich ist deutlich als ein solcher gekennzeichnet und zugestellt, so dass sich dort eigentlich auch niemand hin verirren kann.

Der diebische Kunde schlich durch den Laden und sah etwas merkwürdig aus. Uns kam er schon von Anfang an komisch vor, aber der Laden war voll mit anderen Kunden, weswegen keiner Zeit hatte ihm hinterherzulaufen.

Ich habe bedient und sah ihn aus dem Augenwinkel aus unserer Mitarbeiterecke kommen – habe mir dann aber nichts weiter dabei gedacht. Vielleicht hat er wirklich etwas gesucht und sich dann dorthin verirrt. Kann ja mal passieren… man will ja nicht jedem etwas böses unterstellen. Zumal ich ja auch gar nicht gesehen habe, was er dort genau getan hat.

Er kam dann vorne zum Tresen und hat bei meiner Kollegin einen Strauß für den Folgetag bestellt. Damit war die Sache für mich dann auch gegessen – er hat bestellt, seinen Namen und Handynummer hinterlassen und mit einem “danke, bis morgen” den Laden verlassen.

Als meine Kollegin wenige Minuten später nach hinten ging, war das Wachsobst weg und die Aufregung groß. Wir waren uns einig, dass ansonsten kein Kunde hinten rumgelaufen ist – ihn haben wir aber alle dort gesehen.

Den Strauß den er für den Folgetag bestellt hatte, hat er nie abgeholt. Die Handynummer war falsch. Und unter dem Angegeben Namen konnten wir ihn auch nicht finden.

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