Auf der Arbeit trage ich immer eine schöne schwarze Schürze. Wenn man den ganzen Tag mit Wasser und Erde rumkleht, ist das ganz praktisch und sinnvoll.
Zudem hat es auch den Nebeneffekt, dass ich als Mitarbeiterin erkannt werde. Habe ich die Schürze um, stürzen sich die Kunden mit ihren Wünschen auf mich. Besonders wenn sich vorne schon eine Schlange gebildet hat und ich dazukomme (eigentlich was anderes vorhabe und nur mal schnell ein Messer oder eine Rosenschere holen will), bildet sich ganz schnell eine Traube von Kunden um mich, die mich mit Fragen bombardieren. So ähnlich muss man sich als Promi fühlen
Laufe ich mit Schürze durch die Straße, um einen Strauß auszuliefern oder schnell etwas zu besorgen, werde ich immer nett von unsere Kunden und Nachbarn gegrüßt. Man kennt sich halt.
Anders siehts aus, wenn ich in zivil bin. Kaufe ich im nahegelegenen Supermarkt ein und treffe Kunden von uns, rennen sie alle an mir vorbei. Wenn ich grüße, werde ich nur doof oder fragend angeguckt.
Schön wars auch zur Weihnachtszeit. Ich hatte eigentlich schon Feierabend, habe mich umgezogen, Jacke an, Tasche umgehängt. Und da sehe ich einen vergessenen Auftrag auf dem Tresen liegen…
Pflichtbewusst habe ich ihn eingesammelt und wollte ihn in die Kasse legen – wo er hingehört.
“Hallo, Hallo! Gehen Sie da mal weg!” brüllt mich die (genauso Pflichtbewusste) Kundin an. Meine Erklärungsversuche, dass ich dort arbeite und sehr wohl an die Kasse darf, wollte sie nicht hören. Laut rufend hat sie die Chefin aus dem Büro geholt und sich überzeugt dass ich nichts klaue.
Einerseits ärgerlich – aber andererseits ja auch schön zu wissen, dass unsere Kunden aufmerksam sind.
